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Chemisches Recycling bietet Potenzial, wenn ein werkstoffliches Recycling nicht zur gewünschten Qualität des sekundären Rohstoffs führt, die Polymere aber in Monomere oder in geeignete reaktionsfähige Gruppen wie Acryl, Ester oder Amide zerlegt werden können [1][2]. Es wird also nicht der Werkstoff wiederverwertet, sondern dessen Einzelteile zurückgewonnen und verwertet. Die Vorbereitung von Duroplasten und Elastomeren für eine erneute Polymerisation ist nur durch chemische Recyclingverfahren möglich. Aufgrund der steigenden Menge an Kunststoffabfällen und den Zielen der Circular Economy wird deren Potenzial zur Kreislaufschließung aktuell vielseitig erforscht [1]. Zu den untersuchten Verfahren zählen die Pyrolyse, die Solvolyse und das Hydrocracking [3]. Bei der Pyrolyse werden die Polymere unter Sauerstoff-Ausschluss erhitzt (auf bis zu 800 °C), sodass sie in kürzere Einheiten geteilt werden. Das hierbei entstehende aromatische Pyrolyseöl dient als Rohstoff für Polymere sowie für Öle und Kraftstoffe. Die Pyrolyse erfordert, dass der zu verarbeitende Stoffstrom frei von halogenhaltigen Polymeren wie PVC ist.[3] Bei der Solvolyse werden Polymere durch Reaktion mit einem Solvens gespalten. Für einige Kunststoffe, wie PA, PET oder PUR, ist dies katalytisch oder durch die Lösemittel Wasser (Hydrolyse) oder Alkohol (Alkoholyse) möglich. Die Solvolyse ermöglicht auch das Auftrennen von Faser-Kunststoff-Verbunden. Eine Einschränkung des Verfahrens ist die erforderliche Sortenreinheit der aufzubereitenden Polymere.[3] Das Hydrocracking bezeichnet katalytisches Spalten und anschließendes Destillieren von Polymeren. Mit diesem Verfahren können z. B. Polyolefine zu bis zu 95% zu Kraftstoffen verarbeitet werden. Zu große Anteile an halogenhaltigen Polymeren im Stoffstrom können die verfahrenstechnischen Aggregate beschädigen.[3]
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